Pelikan in der Achterbahn
Was zeichnet eine Achterbahnfahrt aus?
Man steigt in einen Wagen überwindet manchen Berg und manches Tal und kommt am Ende wieder am Ausgangspunkt an.
Auf die Pokalsensation bei der Aalener Sportallianz (seit Jahren sind die Männer 3 erstmals frühzeitig aus dem Pokal ausgeschieden), die gleichzeitig als erster Härtetest für die Saison 2025/26 zu werten war, folgte im 1. Heimspiel der Saison eine knappe 26-zu-28-Niederlage gegen Schnaitheim 2. Gründe waren die magelhafte Chancenverwertung, insbesondere von der Siebenmeterlinie (0/4).
Daher lautete im 2. Spiel der Saison gegen die Reserve von Herbrechtingen/Bolheim die Devise: Mit Tempo nach vorne spielen und keine Gnade vor dem Tor!
Zu Beginn gelang dies auch noch sehr gut und die TSG konnte sich auch dank eines gehaltenen und eines getroffenen Siebenmeters mit 5-3 und 10-8 absetzen! Herbrechtingen antwortete mit einem 0-4-Lauf (11-13), den die Söflinger ihrerseits mit einem 4-0-Lauf konterten. Den Schlusspunkt der Halbzeit setzten dann die Gäste mit zwei Toren und so ging es mit 15-15 in die Kabinen. Eine echte Achterbahnfahrt also, mit so viel Spannung, dass man fast Eintritt hätte verlangen können.
Die zweite Hälfte begann ausgeglichen (19-19), nach 10 Minuten konnte sich Herbrechtingen aber mit 4 Toren absetzen! Doch die Söflinger Antwort ließ nicht lange auf sich warten und so stand es wenig später wieder 25-24 (49.Minute). Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich setzte sich Söflingen bis zur 55. Minute auf 31-29 ab. Doch die lustige Achterbahnfahrt ging genauso weiter wie zuvor: Binnen 57 Sekunden trafen die Gäste gleich dreimal ins Schwarze und drehten die Partie erneut zu ihren Gunsten (31-32).
Aber die Söflinger Moral war ungebrochen, der Ausgleich fiel, und die letzten Minuten waren Nervenkitzel pur:
Fehlpässe, Ballverluste, Adrenalin, Schweiß, Chaos – Handball, wie man ihn liebt!
Dann: Zeitstrafe für Herbrechtingen. Eine Minute Überzahl, Spielstand unentschieden – die perfekte Gelegenheit zum Sieg!
Dachte man.
Stattdessen: Ballverlust.
Noch 40 Sekunden.
Herbrechtingen im Angriff, aber das Schicksal hatte Humor: Ballverlust – Tempogegenstoß – und dann… LATTENKREUZ!
Vier Sekunden vor dem Schlusspfiff.
Unentschieden. Verdient. Verrückt. Wunderschön.
Ein großes Lob geht an dieser Stelle auch an den Schiedsrichter, der das wilde Spektakel ohne Partner ruhig und souverän im Griff hatte!
Für Söflingen 3 geht die es bereits am Samstag den 18.10. um 18 Uhr mit einem Derby am heimischen Kuhberg gegen Langenau 3 weiter. Dann gilt es den Aufwärtstrend zu bestätigen und den ersten Heimsieg der Saison einzufahren!
TSG Söflingen: Sebastian Spirkl (9), Lars Schmidt (6), Kai Böttcher (4), Jannik Schmidt (4), Daniel Schmitz (3), Albert Unseld (3), Max Haase (2), Phillip Goede (1), Michel Banet, Niklas Burkhardt, David Held, Michael Kuger, Martin Neuburger, Morten Vogt Offizielle: Jörg Reinicke
SG Herbrechtingen-Bolheim: Bastian Klein (9), Adam Agoston (5), Lukas Wündisch (4), Jakob Baumgartner (3), Philipp Bischoff (3), Konstantin David Krämer (3), Samuel Kolb (2), Paul Baur (1), Niklas Gerstner (1), Maximilian Reith (1), Dominik Mittmann, Sebastian Reith, Simon-Luca Dieter Schabel Offizielle: Mathias Sigl, Michael Tschente
