Samstagabend auswärts beim Tabellenzweiten – eine Lovestory

Die Oberliga-Handballer der TSG Söflingen haben ihre Lieblingsparameter gefunden. Samstagabend, auswärts beim Tabellenzweiten – besser könnte es kaum passen. Zum dritten Mal stürzen die Söflinger einen Zweiten. In Viernheim ließ man emotional nur wenig Zweifel daran, dass man als Sieger vom Feld gehen will. Mit 35:32 (17:13) gelang wieder ein doppelter Punktgewinn – ohne den man auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen wäre.

Bietigheim, Hegensberg und Viernheim

Dreimal beim Zweiten – und jeweils gehen die Söflinger Handballer als Sieger vom Feld. Damit war angesichts der Tabellensituation nicht zu rechnen, denn vor dem Spiel hatte man lediglich den ersten Nichtabstiegsplatz inne. Die südhessischen Gastgeber waren vor der Partie zuhause noch unbesiegt und hatten sich mit einem Lauf aus der Tabellenmitte von 11:15 auf 23:17 Punkte auf den Relegationsplatz gespielt. Der Heimnimbus wurde nun durch die Söflinger gebrochen.

Eberhardt ist stolz auf die Leistung seiner Schützlinge

„Die Mannschaft kann stolz auf ihre Leistung sein. Über 60 Minuten haben wir diszipliniert gespielt und viel Einsatz sowie große Bereitschaft in Angriff und Abwehr gezeigt“, sagt Eberhardt, der die grundlegenden Dinge am vergangenen Wochenende vermisst hatte. „Dazu kam eine starke Torhüterleistung. Die schwierige Phase nach der Halbzeit haben wir gut überstanden und Viernheim nie näher als auf zwei Tore herankommen lassen.“ Nach dem kurzfristigen Ausfall freute sich der Übungsleiter auch über die Leistung von Henrik Thimm, der nach langer Verletzung wieder auf Rückraumrechts zurückkehrte.

Abwehr steht

Im Vergleich zu den vorherigen Spielen war die Söflinger Abwehr wieder deutlich stabiler. Über fast die komplette Partie stellte man Viernheim im stehenden Angriff vor enorme Probleme. Die TSG ging direkt mit 2:0 in Führung. Viernheim blieb vor allem durch Tempo-Gegenstöße im Spiel und ging nach dreizehn Minuten beim 6:5 einmalig in Führung. Über die Abwehr und einen verbesserten Rückzug übernahmen die TSG-Handballer anschließend komplett die Kontrolle. Nach dem 10:7 (20.) leuchtete in der 28. Minute sogar ein Sechs-Tore-Vorsprung (16:10) auf. Viernheim verkürzte bis zur Halbzeit noch auf 13:17.

Aufbäumen nach der Halbzeit

Angetrieben vom Heimnimbus wollten die Gastgeber die Partie nach der Pause drehen und konnten den Rückstand zunächst um zwei weitere Treffer verkürzen. In dieser Phase kassierte Marvin Kruzinski in der Abwehr nach einem Foul an Jacob Clarius die rote Karte. Die TSG überstand die ersten zehn Minuten nach der Halbzeit und hielt die Zwei-Tore-Differenz. In der Folge stellte man wieder ein Fünf-Tore-Polster her und brachte den Vorsprung in die Schlussphase. Mit einer offensiven 4:2-Abwehr und späterer Manndeckung versuchte Viernheim noch einmal alles, um das Spiel zu kippen – konnte die Niederlage damit jedoch nicht mehr abwenden.

TSG Söflingen: Patrick Klöffel (8), Marius Widmann (6), Faris Hadzic (5), Moritz Veil (5), Marc Krieger (4), Henrik Thimm (4), Simon Bauer (3), Marco Azevedo Marques, Lars Bachner, Julius Beuthner, Marvin Kruzinski, Robin Schieß Offizielle: Philipp Eberhardt, Kevin Kraft, Jannik Seitz

TSV Amicitia 06/09 Viernheim: Sven Walther (10), Jacob Clarius (7), Robin Helbig (7), Johannes Kadel (5), Steven Beck (2), Jonas Böckly (1), Max Botterer, Marcel Deege, Adis Lacic, Leonnard Pfeil, Leon Schaal, Frederik Schmitt, Lars Wilkening Offizielle: Harald Gruber, Melanie Mandel, Dominik Seib, Erkan Öz