Satz mit X – oder 5 Euro ins Phrasenschwein

Die Söflinger Mannschaft der Männer 3 verliert gegen die SG Brenztal mit 28:30

Im vergangenen Spiel konnte die Männer 3 einen Punkt beim damaligen Tabellenführer aus Blaustein entführen! Mit Brenztal war nun der Tabellendritte zu Gast, der in direkter Schlagdistanz zu den Plätzen 1 und 2 stand. Die Motivation der Gäste war daher bereits vor dem Spiel nicht zu übersehen.
Der Auftakt hatte es dann direkt in sich: Brenztal startete wie die Feuerwehr und zog schnell auf 2:7 davon. Söflingen war in dieser Phase noch völlig von der Rolle, wie Team Jung beim Aufwärmspiel. Die Auszeit war also die logische Konsequenz. Söflingen kämpfte sich, unterstützt von einer Überzahlsituation, auf 6:7 heran.
Was dann folgte, wird in Fachkreisen auch Belastungssteuerung genannt. Die Söflinger Strafbank war jedenfalls stärker von Handballern besetzt als Malle im Mai. Aber auch Brenztal wollte hier nicht fehlen, und so verging fast keine Spielminute mehr in voller Besetzung. Das Ergebnis: ein Spiel, das phasenweise mehr Unterbrechungen hatte als das WLAN im ICE der Deutschen Bahn.
Und trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, kämpfte sich Söflingen zurück. Über 9:9 bis hin zum 12:12 war plötzlich wieder alles offen. Besonders Max Haase und Thomas Deschler sorgten dafür, dass der Anschluss nicht abriss. Doch immer, wenn Söflingen gerade dabei war, den Ausgleich in eine Führung zu verwandeln, verloren die Söflinger den Ball schneller, als ein Junggesellenabschied seine Würde, und Brenztal hatte die passende Antwort im Tempospiel parat. Vor allem Leon Gaschler und Luis Brachert trafen zuverlässig und hielten ihre Farben auf Kurs.
Gegen Ende der Halbzeit musste Söflingen also etwas abreißen lassen, und es stand 13:16. Es war wahrlich keine A-Lizenz erforderlich, um zu erkennen, wie der Rückstand zustande kam: zu viele Zeitstrafen und zu einfache Gegentore nach Ballverlusten und Fehlwürfen.
Nach der Pause blieb das Spiel eng, aber Brenztal hatte weiterhin die etwas stabilere Spielanlage. Über 16:20 und 20:25 hielten die Gäste Söflingen konstant auf Abstand, wie ein Hilti-Außendienstler seinen Hintermann auf der linken Spur. Doch die TSG gab sich noch nicht geschlagen. Söflingen kämpfte sich auf 23:25 heran, aber Brenztal zog wieder davon.
In den letzten Minuten wurde es dann noch einmal spannend. Beim 26:28 war Söflingen drauf und dran, das Spiel nochmals zu drehen, aber Brenztal spielte die letzten Minuten runter wie David Guetta sein Closing-Set: abgeklärt, routiniert, ohne wilde Experimente, aber ohne echte Höhepunkte.
Alles in allem erlebten die Zuschauer ein durchaus sehenswertes Handballspiel, das trotz der vielen Zeitstrafen nicht von übertriebener Härte geprägt war. Am Ende steht ein 28:30, das sich Söflingen mit großem Kampfgeist erarbeitet, ein besseres Ergebnis aber auch ein Stück weit selbst verbaut hat. Brenztal hingegen zeigte sich über die gesamte Spielzeit etwas abgeklärter, nutzte die Fehler der Söflinger konsequenter und behielt auch in hektischen Phasen den Überblick und damit die letzte Chance auf eine tabellarische Verbesserung.
Für das Team aus Söflingen ist die Niederlage gegen den Tabellendritten kein Beinbruch. Im Gegenteil, die Mannschaft hat bewiesen, auch mit den stärksten Teams der Liga auf Augenhöhe zu agieren. Dies gilt es in die kommende Saison mitzunehmen, wenngleich eine Spitzenplatzierung auch kommende Saison nur schwer zu erreichen sein dürfte.
Die Söflinger bestreiten am Sonntag, den 26.04., um 16 Uhr ihr letztes Heimspiel der Saison gegen den Tabellennachbarn der SG Ulm/Wiblingen, ehe am 03.05. das letzte Saisonspiel in Schnaitheim ansteht.

TSG Söflingen: Lukas Dürner (6), Sebastian Spirkl (6), Max Haase (5), Thomas Deschler (4), Thomas Mödinger (2), Jannik Schmidt (2), Kai Böttcher (1), Martin Neuburger (1), Daniel Schmitz (1), Patrick Bognar, Phillip Goede, Michael Kuger, Lars Schmidt, Albert Unseld, Morten Vogt Offizielle: Jörg Reinicke, Nils Richrath, Christoph Rudisch
SG Brenztal: Leon Gaschler (8), Luis Brachert (5), Daniel Tenyer (4), Patrick Gebhardt (3), Tobias Späth (3), Markus Haas (2), Sebastian Lommen (2), Nico Gauß (1), Adrian Harder (1), Michael Scheu (1), Manuel Brachert, Sven Froneberg, Michael Oppermann, Jochen Renelt, Laurin Straub, Paul Wiedemann Offizielle: Richard Moser